
Deutschland ist aufgrund seiner geographischen Verhältnisse nicht gerade von Wellen verwöhnt. Deutschland liegt durch das vorgelagerte Großbritannien im Schatten der Nordwestswells. Wenn es Wellen gibt entstehen die in der Regel durch starke Winde (ab Windstärke 5 wird es interessant)aus N, NW bzw. W (zumindest für die Nordsee). Wellen sind in der wärmeren Jahreszeit Sommer eine absolute Seltenheit. Mit Glück können Frühjahr, aber vor allem der Herbst, wenn das Wasser noch vom Sommer angenehm gewärmt ist, ein paar nette Tage beschweren, aber in der Regel bei Onshore-Bedingungen.
Deutschland ist nicht nur vom Swell abgeschnitten, sondern hat ein weiteres geographisches Problem, nämlich das Wattenmeer. Nur an wenigen Stellen in Deutschland ist die Wassertiefe ausreichend, so dass Wellen bis zur Küste kommen, die auch surfbar sind. Daher nicht gleich jubeln, wenn der Küstenwetterbericht 2m ansagt. Die besten Bedingungen findet man auf Inseln Sylt, Borkum, Norderney und in St. Peter-Ording. Das Festland bekommt aufgrund der vorgelagerten Inseln keinen Swell ab.
Auch die Ostsee bekommt ein paar Onshore-Wellen bei Starken Winden aus Ost bzw. Nordost ab. Allerdings sind hier die Bedingungen meist noch schlechter als an der Nordsee und eine surfbare Wellenhöhe wird noch seltener erreicht.
Mittlerweile hat sich aber das Surfen in Deutschland etabliert. Viele deutsche Surfer leben zwar im Ausland, aber es gibt eine stark anwachsende Szene, die von Deutschland aus mehrmals im Jahr Richtung Portugal, Spanien, Frankreich oder Übersee jetten, um zu surfen. Um die Zeit bis zum nächsten Surf zu überbrücken ist das Flusswellensurfen in Deutschland äußerst beliebt geworden. Die Hochburg der Flusswellen ist München.
Sylt
Sylts 35 km lange Westküste und auch das nördliche und südliche Ende bieten Wellenreitern für deutsche Verhältnisse hervorragende Bedingungen. Die besten Bedingungen findet man in Kampen (Buhne 16 und Sturmhaube), Westerland (Nordseeklinik und Brandenburg), Wennigstedt oder Sansibar Rantum. Sturmhabe Kampen hat ein paar Felsen im Wasser und bietet ganz ordentliche Rechte. Die Nordseeklinik in Westerland ist der Spot, der im Vergleich zu anderen Spots der Insel den größten Swell abbekommt. Störend sind aber die zahlreichen Buhnen. In Westerland gibt es auf Höhe der Sylter Welle am Surferstrand keine Buhnen.
Die Zugfahrt mit Auto nach Sylt kostet ca. 80 €, mit der Fähre sind es ca. 55 € (jeweils Hin- und Rückfahrt).
Norderney
Hier sind Januskopf, weiße Düne und Strandsauna die beliebtesten Anlaufstellen. Überfahrt mit der Fähre ist von Norden-Norddeich.
Borkum
Die Insel unterliegt den gleichen Bedingungen wie Norderney. Hier sind Jugendbad und der FKK-Strand die Anlaufpunkte. Die Fähre fährt von Emden.
St. Peter-Ording
Viele nette Sandbänke, vor allem im südlichen Bereich. Hier sind, wie eigentlich auch an allen anderen Deutschen Spots viele Windsurfer unterwegs. Die meisten Wellenreiter findet man im nördlichen Bereich am Ording-Strand. Am besten laufen die Wellen bei Flut. Eine surfbare Wellenhöhe hat man, wenn die Wellenvorhersage ca. 2m voraussagt.
Ostsee
Nur wenige Hardliner sind hier im Winter, wenn die Bedingungen gut sind, draußen. Wie z.B. auf Fehmarn, in Damp, Pelzerhaken oder auch in Kiel.
Flusswellen in München
In und um München gibt es an der Isar ein paar Flusswellen zum Surfen. Flusswellen surfen ist zwar nicht das ganz große Feeling, aber immerhin etwas.
In der Prinzregentstraße gibt es eine hervorragende und teilweise auch sehr schwierige Flusswelle, da das Wasser sehr schnell aus dem Tunnel schießt. An den Seiten gibt es die obligatorischen Kanalwände aus Beton. Die Welle entsteht durch eine Rampe aus Steinen. Bei Wipeouts sollte man sehen, dass man unbeschadet über die Rampe kommt, die dicht unter der Wasseroberfläche liegt.
Grundsätzlich ist das Surfen an dieser Stelle verboten. Ab und an ist auch die Polizei unterwegs. In der Regel sind an dem Spot echte Cracks anzutreffen.
Etwa 300m oberhalb der Floßstation "Floßlände" gibt es in München eine weitere stehende Welle in der Isar. Das Wasser schießt mit großer Geschwindigkeit über eine Rampe. Die Welle ist etwa 10m breit und lässt Raum für schöne Manöver. Zudem besteht die Möglichkeit, eine Leine zum festhalten an einem nahe gelegenen Baum anzubringen (i.d.R. hängt schon eine Leine). Aber auch wieder Achtung: der Spot ist von 1m hohen Mauern umgeben. Insgesamt gesehen ist diese Welle aber einfacher zu fahren als der Spot Prinzregentstraße. An schönen Sommertagen wird es allerdings sehr schwer werden, eine ruhige Minute auf dieser Welle zu erhaschen, da es proppevoll ist. Generell sind für beide Wellen Shortboards zu empfehlen, um dem Wasser nicht zuviel Widerstand zu bieten. Nehmt nicht eure besten Boards, denn die Betonwände sind hart.
Auch die Reichenbachbrücke bietet eine nette, und vor allem Breite und manchmal auch hohe Welle. Allerdings ist der Spot nur etwas für Insider, da der Einstieg und auch der Ausstieg sehr schwierig und lebensgefährlich sind, wenn man den Spot nicht kennt. Man sollte also Locals lange genug beobachten.
Alpamare Bad Tölz (stehende Welle)
Um dort zu surfen, muss man erstmal ein paar € investieren. Der Eintritt in den Wasserpark schwantk zwischen 15 € und 20 €. Pro Stunde Surfen zahlt man nochmal 2 €. Man sollte sich auf jeden Fall vorher anmelden. Man kann auch gleich die ganze Anlage für 120 € mieten. Im Eintrittspreis enthalten ist auch Sauna, Wasserrutsche, Wellenbad....
Die Boards erinnern an Boogieboards (größe und Form). Obwohl das Wasser nur ein paar cm tief ist, federt der gute Gummiboden doch so einiges ab. Mit ein bischen Flusserfahrung kann man hier nach 2 Stunden richtig Spaß haben.
Flusswelle bei Hohenlimburg
Zwischen Hohenlimburg und Holthausen (in der Nähe von Hagen) gibt es eine Brücke über den Fluss Lenne. In der Nähe befindet sich eine Staustufe mit drei Wellen und ein Wehr. Sobald die Schleusen des Wehres ganz geöffnet sind (z.B. sehr starkem Regen). Längere Bretter sind hier angesagt.
Flusswelle bei Dorsten/Hervest
Hier an der Brücke über die Lippe ist auch Flusssurfen möglich. Ihr benötigt aber definitiv ein Seil, dass euch in der Welle hält. Eigentlich sieht es mehr nach Wakeboarden aus.





Hi Hi,
na, wenn das mal nicht ein geiler Juli auf Sylt war. Zwar nur Regen und keine Sonne, dafür aber Welle.
Ich freue mich den Herbst.
Bis bald
Mönsch, schaltet doch ma die Geschichte mit dem hinterlegen der Mailadresse als Pflichtfeld ab.
Aber jetzt mal fachlich:
Auf Borkum gibs auch ne stehende Welle, und zwar im Freizeitbad Gezeitenland. Allerdings darf man da nur im Liegen mit nem Boogieboard lang eiern und das schockt nicht wirklich.